Gemäß dem neuen Feuerwehrgesetz wurden auf Ebene der Freiwilligen Feuerwehren heuer in den Monaten Jänner und Feber die beiden Führungspositionen des Feuerwehrkommandanten (FKdt) und des Feuerwehrkommandanten-Stellvertreters (FKdt-Stv.) erstmalig nach neuem Prozedere gemäß Wahlverordnung durch die jeweiligen aktiven Mannschaften bestimmt. Aus diesen Wahlen ergaben sich landesweit schlussendlich rund 150 neue Funktionen.

Die modernisierte Systematik der Wahlen nahmen wir uns an der Landesfeuerwehrschule kurzerhand auch gleich zum Anlass, um die erforderlichen Ausbildungsschritte für die neuen Führungskräfte auf zeitgemäße Beine zu stellen. In der Feuerwehr-Dienstordnung des Bgld. LFV heißt es grundsätzlich, dass „der FKdt und der FKdt-Stv. über die Ausbildung zum Zugskommandanten und zum Leiter des Verwaltungsdienstes verfügen müssen. Darüber hinaus müssen sie über eine speziell für Feuerwehrkommandanten vorgesehene Ausbildung verfügen.“ 
Nun beschreibt der vorherige Artikel schon die Zugänge und Abwicklung der neuartigen Lernstrecken in der Verwaltungs-Ausbildung, wo ein großer Teil der Inhalte in zeitschonender Form nur mehr als Online-Variante zu absolvieren ist. Auch dort gibt es jedoch Rubriken, welche nur in Präsenzform Sinn machen, woraus sich schließlich der Verwalter1-Lehrgang im Eintagesformat an der LFS ergab.

Wie die Dienstordnung aber weiter hergibt, müssen die neuen Kommandanten und Stellvertreter darüber hinaus auch jene spezielle Ausbildung absolvieren, welche für diese Funktionen eben erforderlich ist. Hier tritt nun der neue Feuerwehrkommandanten-Lehrgang in Erscheinung. Am 28. und 29. April nahmen insgesamt 24 neue Amtsinhaber am Pilotlehrgang in neuem Design teil. 
Hier werden nun ausgewählte Themen (Führung einer Feuerwehr, Einsatzabwicklung, Risikoanalyse, Wartungsdienst, Ausbildung, Vorb. Brandschutz, Feuerwehrjugend) in Präsenzform behandelt, um die frisch nominierten Funktionsträger bestmöglich auf deren Dienst vorbereiten und speziell in diesem Lehrgangsprofil im Kollektiv voneinander profitieren zu können. Besonders der gegenseitige Erfahrungsaustausch spielt in diesen beiden Tagen eine gewichtige Rolle mit entsprechendem Mehrwert. Die heterogene Gruppe von 6 neuen Feuerwehrkommandanten, 17 neuen Feuerwehrkommandanten-Stellvertretern und einem neuen Bezirksstabs-Mitglied aus den unterschiedlichsten Feuerwehren verhalf zu einem lebendigen Lehrgang, denn auch die Pausenzeiten waren von Diskussionen und Hinterfragungen geprägt.
Die vorgeschaltete Abfrage bei den Teilnehmern sowie abschließende Feedback-Runde komplettierten die individuellen Erwartungshaltungen der einzelnen Absolventen.


Feedback (Auszug) von LM Gmeiner Thomas, FKdt, FW Ritzing
Der bzw. die online Veranstaltungen vom Pilot Lehrgang FKDT sind sehr ausführlich und in einem, aus meiner Sicht, notwendigen Ausmaß gestaltet. Der Zeitaufwand für die online Lernstrecken beträgt zwischen 15 und 20 Stunden. 
Die Videos der Lernstrecken mit den entsprechenden Unterlagen sind gut miteinander kombiniert. Zu beachten ist, dass manche Passagen entweder bei den Videos oder in den Unterlagen beschrieben sind. Daher muss man sich die Videos zwingend ansehen und kann diese nicht einfach „abhaken“. Meine Empfehlung ist, dass Einsicht in die Lernunterlagen in ausgedruckter Form  oder auf einem zweiten Monitor genommen wird. 
Die anschließenden online Prüfungen gestalteten sich als durchaus fordernd, was aber dadurch einen notwendigen Lernaspekt für die folgenden Präsenzveranstaltungen darstellt. 
Die Präsenzveranstaltungen an der LFS ergänzen sehr gut die zuvor erworbenen Kenntnisse und sind dementsprechend gut strukturiert. Bei den Präsenzveranstaltungen konnte ich mir als Kommandant zahlreiche wertvolle Tipps & Tricks für die Organisation, Ausbildung sowie weitere zu beachtende Regelwerke aneignen und mitnehmen. 
Der Erfahrungsaustausch bei diesen Veranstaltungen mit den zuständigen Personen der LFS – bis hin zum LFKDT – soll meiner Ansicht nach so beibehalten werden, da man hier die Sicht des LFKDO sowie dem Ausbildungsteam dargestellt bekommt und offen über alle Themen sprechen kann. 
Festzuhalten ist, dass dieses Projekt der LFS Burgenland noch in Kinderschuhen steckt und die Verantwortlichen für jedes Feedback offen sind, um zukünftigen Teilnehmern die Lehrgänge entsprechend verbessert aufbereiten können. 
Abschließend möchte ich festhalten, dass der eingeschlagene Weg der LFS Burgenland aus meiner Sicht der richtige ist, da der Faktor Zeit für Präsenzveranstaltungen verkürzt wurde, die online Veranstaltungen zuhause jederzeit absolviert werden können und auch der Lerneffekt gesichert werden. 

Feedback (Auszug) von OBI Göttfried Christoph, FKdtStv, FW Wiesfleck
Schon wie es offiziell war, dass ich Feuerwehrkommandant Stellvertreter werde habe ich mich auf die Ausbildung zu meiner neuen Tätigkeit gefreut.
Die Anmeldung war wie immer reibungslos. Die neue Ausbildungsform mit einem e-Learning Teil und dem Praxisteil in der Feuerwehrschule war für mich und alle Anderen ein neues Kapitel in der Ausbildung und ich kann nur sagen es hat mir sehr gefallen.
Die 4 e-Learning Teile vor dem Verwalter 1 Lehrgang waren unkompliziert und sehr lehrreich. Nach ca. 8 Stunden hatte ich die 4 Lernstrecken absolviert und konnte somit den Praxistag in der Feuerwehrschule besuchen. Dieser war für mich dann noch der sehr gute Abschluss. Fragen zu gewissen Lernstrecken wurden beantwortet und es wurde uns noch etliches beigebracht was für den bevorstehenden Feuerwehralltag wichtig ist.
Der 2 tägige Feuerwehrkommandanten Lehrgang war für mich sehr gut aufgebaut. Obwohl es ein Pilot Lehrgang war er für mich einer der besten Kurse für mich in der Ausbildung. Am ersten Tag hat mir das lockere Umfeld und die Diskussionen zwischen Ausbildern und Teilnehmern sehr gefallen, da man genaueres von anderen Feuerwehren mitbekommen hat. Zum Schluss des ersten Tages war für mich das lockere Gespräch zwischen Teilnehmern und Landesfeuerwehrkommandant und anderen Mitarbeitern der Geschäftsstelle sehr interessant, da ich nachher wusste, wer meine Ansprechpersonen sind, wenn ich Fragen im Feuerwehralltag habe. Der zweite Tag war für mich der krönende Abschluss des Lehrgangs. 
Ausgestattet mit viel neuem Wissen freue ich mich auf die spannenden neuen Aufgaben in der Feuerwehr. 

Feedback (Auszug) von OBI Ing. Patrick Koller, FKdt-Stv. FF Kemeten: 
Da ich mich bereits mit den Aufgaben als Kommandant Stellvertreter auseinander gesetzt habe dachte ich eher an einen Pflichttermin, den ich absolvieren musste. Doch bereits in den ersten Einheiten habe ich sehr viel mitnehmen können. […] Durch den regen Austausch, wie gewisse Themen in anderen Feuerwehren gehandhabt werden konnte ich sehr viel für meine Feuerwehr mitnehmen. So habe ich bereits diverse Listen erstellt um meinen Kameraden einen leichten Überblick im Bereich Lehrgängen und Leistungsprüfungen zu bieten.
Besonders möchte ich die Möglichkeit des e-Learning hervorheben. Dies war für mich das erste e-Learning Modul an der Feuerwehrschule und ich muss sagen, dass es mich überrascht hat. Die Möglichkeit selbständig und bereits vorab Themenbereiche zu lernen bringt einen erheblichen Vorteil. So kann bereits beim Präsenztag auf dieses Wissen aufgebaut werden und Urlaubstage, welche für den Lehrgang benötigt werden, verringert werden.

Feedback (Auszug) von OBI Roman Kalinka, FKdt-Stv. FF Neusiedl am See: 
Ich war sehr gespannt wie die neue Ausbildung wohl aussehen würde. Mein erster Gedanke war: Wieso Lehrgänge für den Verwalter auch für den Kommandanten und für den Stellvertreter?
Die Infos aus der Schule zur Anmeldung kamen wie gewohnt korrekt und mehr als rechtzeitig. […] Der Hinweis rechtzeitig mit der Absolvierung der Lernstrecken zu beginnen war mehr als gerechtfertigt. […] Auf die leichte Schulter nehmen sollten man die Prüfungsfragen nicht, nur halbherzig nebenbei funktioniert das nicht.
 
An den beiden Präsenztagen zum Kommandanten-Lehrgang ging es dann ans Eingemachte. Im Zentrum unseres Tuns als Führungskräfte der freiwilligen Feuerwehren stehen nicht Fahrzeuge, nicht Geräte oder die diversen Feuerwehrfeste und Bälle, sondern ganz klar der Mensch, das Mitglied. Wie führt man Menschen, die ihre Zeit freiwillig für die Feuerwehr aufbringen? In welchem Spannungsfeld zwischen Beruf, Karriere und Familie stehen unsere Mitglieder? Wie wird sich die Situation in den kommenden Jahren entwickeln? All diese Fragen und noch viele mehr wurden nicht nur durch fachlich hervorragende, sondern vor allem authentische Ausbilder beantwortet und diskutiert. Jeder Ausbilder hat in seiner Tätigkeit als Führungskraft einer freiwilligen Feuerwehr einen reichen Erfahrungsschatz angesammelt, den alle gern mit uns geteilt haben. Unzählige Tipps, Vorlagen und Ideen wurden uns für unsere Aufgabe als Kommandanten oder Kommandant-Stellvertreter mitgegeben. […] 
Ich verstand dann auch langsam warum zur Ausbildung als Kommandant oder Kommandant-Stellvertreter die Verwalter-Ausbildung gehört. Bei vielen Themen ergäben sich schlichtweg Doppelgleisigkeiten. Natürlich muss man in seiner Führungsfunktion das Feuerwehrgesetz kennen, die Dienstordnung verstanden haben etc. Da macht es Sinn nicht zweimal die gleichen Inhalte auf den Lehrgängen zu haben, sondern klar definierte Inhalte, die je nach Erfordernis hinzugebucht werden können um sein Ausbildungsziel zu erreichen.
Auch wenn die drei Tage anstrengend waren, so kann ich dem Team in der Landesfeuerwehrschule zu den gelungenen Lehrgängen und auch zur Aufbereitung der Inhalte in den e-Lernstrecken gratulieren!

Text: ABI Harald Heintz

 

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