Im Abstand von drei bis fünf Jahren veranstaltet die Landesfeuerwehrschule Burgenland einen Lehrgang für interessierte Mitglieder an der Geschichte der Feuerwehren im Burgenland. Dieser als Feuerwehrgeschichte-Grundkurs bezeichnete und zwei Tage dauernde Lehrgang wird nach den Richtlinien und dem Lehrplan des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes abgehalten. Der letzte Lehrgang im Burgenland fand im Mai 2017 statt. In der Zeit zwischen den einzelnen Lehrgängen werden sporadisch Fortbildungslehrgänge angeboten, deren Themen unterschiedlich und nach jeweiligem Bedarf bzw. individuellen Wünschen gestaltet sind.

„2019 waren wir zu Besuch in der Werkstätte der Feuerwache Floridsdorf in Wien, wo uns Kamerad Ferdinand Molzer mit seinem Team Einblicke in die praktische Restaurierung von historischen Feuerwehrfahrzeugen und -geräten vor Ort gab sowie bereits fertige Exponate  vorstellte“, erzählt Feuerwehr-Historiker Dr. Karl Gruber. Und weiter: „Der nächste Termin im April 2020 fiel coronabedingt aus, deshalb holten wir ihn heuer am 15. Oktober nach.“ 14 Teilnehmer der Feuerwehren Bildein, Breitenbrunn, Großpetersdorf, Kemeten, Kroatisch Geresdorf, Neudörfl, Pöttsching, Rudersdorf-Ort und Schattendorf – darunter auch eine Feuerwehrfrau – hatten sich eingefunden, um sich hier weiterzubilden. Schulleiter Mag. Bader eröffnete den Lehrgang, Kursleiter Dr. Gruber gab den Stundenplan und Tagesablauf bekannt.

Michael Hess, Historiker der Abteilung 7 - Bildung, Kultur und Wissenschaft, begrüßt die Besucher. Anschließend erklärte er Grundsätzliches über die für ihn relevanten Referate Landesbibliothek und -archiv und stellte Möglichkeiten vor, diese Einrichtungen  von Geschichtsinteressierten zu nutzen. Ein Gang durch die Depoträume zeigte die organisatorische Gliederung und für unser kleines Land doch beachtliche Menge der hier verwahrten Bücher, Zeitschriften und Archivalien. Den Abschluss der rund zweistündigen Führung bildete die Demonstration einzelner ausgewählter Objekte mit fachkundiger Erklärung.

Zurück an der Feuerwehrschule brachte Dr. Gruber etwas Licht in die Welt der alten und heute oft kaum noch lesbaren Schriften in Dokumenten, Protokoll-, Kassa- oder Tagebüchern.

Am Nachmittag stand neuerlich eine Exkursion zum Feuerwehrmuseum Möllersdorf, einem Teilbereich des Stadtmuseums Traiskirchen, am Programm. Es wurde seinerzeit von Heinrich Gutmann in einer adaptierten Spinnereihalle aufgebaut und im Jahr 2000 eröffnet. Er ist leider im heurigen Frühjahr verstorben. Bis zuletzt noch hat er die Besucher durch „sein“ Museum geführt und aus seiner fast 80-jährigen Feuerwehrzeit erzählt. Die Burgenländer wurden nun durch seinen Sohn Ing. Günther Gutmann, der auch Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Möllersdorf war, durch die Ausstellung geführt. Durch seine ehemalige Tätigkeit als leitender Offizier der Kraftfahrtruppe des Österreichischen Bundesheeres ist er der Spezialist für Feuerwehrfahrzeuge, was sich auch in der Anzahl und Exklusivität der ausgestellten Objekte ausdrückt. Aber auch alle anderen die Feuerwehr betreffenden Exponate sind hier zu bewundern. Alles in allem ein Museum, das wert ist, besucht zu werden, da es auch so manche burgenländischen Schätze beherbergt. So staunten die beiden Neudörfler Kameraden nicht schlecht, als sie „ihre“ Seltenhofer-Handdruckspritze aus dem Jahr 1893 hier entdeckten.

Nach der Rückfahrt ging dieser Fortbildungslehrgang für Feuerwehr-Historiker an der Landesfeuerwehrschule Burgenland nach 17 Uhr zu Ende. Resümee: Ein spannender und wiederholungswürdiger Tag!

  • Abb. 5: Gruppenfoto in der Landesfeuerwehrschule_1
  • Abb. 1: Dr. Michael Hess von der Bgld. Landesbibliothek_1
  • Abb. 2: Dr. Karl Gruber erklärt die Kurrentschrift_1
  • Abb. 3: Ing. Günther Gutmann führt durch das Feuerwehrmuseum_1
  • Abb. 3: Ing. Günther Gutmann führt durch das Feuerwehrmuseum_1

Bildquellen:

Abb. 1, 2, 3b: Clemens Prinz, Kemeten

Abb. 3c, 4: Karl Gruber, Pöttsching

Abb. 5: LFV Bgld.

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