Die Landesfeuerwehrschule Burgenland bietet eine Vielzahl an Lehrveranstaltungen an. Zur schematischen Darstellung der Lehrveranstaltungen im Burgenland klicken Sie auf den Link (Schema), um Infos über die einzelnen Blöcke und die Voraussetzungen zu erhalten. Beachten Sie beim Durchsehen der Grafik vor allem die Legende, die der Erläuterung spezieller Einträge dient.

Auf vielfachen Wunsch stehen die Lernunterlagen zu den Lehrveranstaltungen der Landesfeuerwehrschule ab sofort Online zur Verfügung.
Dadurch soll einerseits das Auffrischen von Ausbildungsinhalten auf den jeweils aktuellen Stand ermöglicht werden.

Andererseits soll auch das Einlesen in neue, vom Landesfeuerwehrverband auf Richtigkeit überprüfte, Inhalte möglich gemacht werden.
Auf die Möglichkeit und Sinnhaftigkeit des Anlegens von Sammelmappen mit allen  Lernunterlagen (zumindest im Feuerwehrhaus) wird verwiesen (Siehe Ausbildungsmappe ).

Dazu wurde in der Verwaltungssoftware des Landesfeuerwehrverbandes „syBOS“ ein Platz eingerichtet. Sollten Sie syBOS-User sein finden sie in syBOS unter „News“ die entsprechenden Hinweise! Andernfalls wenden Sie sich an ihre syBOS-User.

Um mehr Infos über einzelne Lehrveranstaltungen zu erhalten wählen Sie unten die entsprechende Lehrveranstaltung aus.

Lehrgangsbezeichnung: Öffentlichkeitsarbeit - Seminar
Kürzel:     OES
Ziele:    

Mit einfachen, unkomplizierten und raschen Mitteln zu einer funktionierenden Öffentlichkeitsarbeit kommen. Hauptzielgruppe sind Öffentlichkeitsarbeiter.
Zwei hauptberuflich mit Öffentlichkeitsarbeit befasste Mitarbeiter des ÖBFV sind die Hauptreferenten.

Erläuterungen: Voraussetzungen für das 16 stündige OES sind der TRMA2 (oder GKDTalt), sowie ein Mindestalter von 18 Jahren. Anschließend werden zu anlassbezogenen Sonderthemen an externen Veranstaltungsorten weiterführende Inhalte vermittelt.
Inhalte:

Einführung in die Öffentlichkeitsarbeit (Vortrag)

Im ersten Abschnitt dieses Lehrganges geht es um die Vermittlung der Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit, um die Ziele und über welche Wege diese erreicht werden können. Im Wesentlichen geht es um die Darstellung der Feuerwehrtätigkeiten für verschiedene Öffentlichkeiten (Bevölkerung, eigene Mitglieder, andere Einsatzorganisationen, Wirtschaft, Politik, etc.) über unterschiedliche Kanäle (Webseite, Social Media, persönliche Gespräche, Feuerwehrmagazine, Print, Radio, Fernsehen, öffentliche Auftritte, Verhalten in der Öffentlichkeit) und durch vielseitige Methoden (einseitige Kommunikation, gegenseitige Kommunikation, Zusammenarbeit mit Journalisten, eigene Veröffentlichungen, Presseaussendungen, etc.) zur Vertrauenserhaltung, Bewusstseinssteigerung, Schärfung der Bedeutung des Ehrenamts, Verständniserlangung der Politik und Wirtschaft, etc.

Neben unterschiedlichen Kanälen gibt es hier auch verschiedene Inhalte, die transportiert werden können, wie beispielsweise Berichte zu Einsätzen, Ankündigungen von Veranstaltungen, Warnungen an die Bevölkerung usw.
Mögliche Ziel sind, die „Marke Feuerwehr“ zu etablieren, zur Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung der Öffentlichkeit beizutragen, potentielle Interessenten anzusprechen und als Mitglieder zu gewinnen, aus der Informationsflut des 21. Jahrhunderts hervorzustechen, das Sicherheitsgefühl zu steigern oder auch das professionelle Handeln der Feuerwehr zu bestätigen.
Die beste Öffentlichkeitsarbeit sind zufriedene und von der Organisation überzeugte Mitglieder. Deshalb kommt der internen Öffentlichkeitsarbeit eine immens hohe Bedeutung zu. Ob das über Newsletter, Rundmails, WhatsApp-Gruppen, Facebook-Gruppen oder den Stammtisch geschieht ist individuell sehr verschieden. Das Resultat muss stimmen und die Motive und Bedürfnisse jedes einzelnen Individuums müssen berücksichtigt werden.
Im Rahmen dieser Einheit soll die Frage „Wen wollen wir wodurch wozu erreichen?“ im Vordergrund stehen und durch die Definition von Zielen beantwortet werden können.


Beispiele aus der Praxis (interaktiver Vortrag)

Diese zwei Unterrichtseinheiten dienen dem gegenseitigen Kennenlernen und der intensiven Auseinandersetzung mit der Thematik. Die LehrgangsteilnehmerInnen werden bei der Einladung zum Lehrgang gebeten, ein Notebook sowie Beispiele aus der Praxis mitzubringen. Diese Beispiele können sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Außenwirkung der Feuerwehr gehabt haben. Dabei kann es sich um Presseaussendungen, um Plakate für Feuerwehrfeste, um persönliche Erfahrungen mit Journalisten, um Einsatzfotos u.v.m. handeln. Nachdem der Umfang der mitgebrachten Beispiele nicht planbar ist, werden ausreichend Beispiele vorbereitet, die zu einer Diskussion und einem Meinungsaustausch beitragen werden.
Ziel ist es, ein Gespür für verschiedene Zugänge und Sichtweisen zu bekommen, Herangehens- und Denkweisen kennenzulernen und die Aufmerksamkeit gegenüber jedweder Form von Öffentlichkeitsarbeit zu erhöhen, um selber durch das Hineinversetzen in andere Zielgruppen effektiver kommunizieren zu können.

Fotodienst und Pressearbeit (Vortrag)

Anhand von zahlreichen guten und schlechten Beispielen wird in diesen beiden Einheiten vermittelt, wie gute Fotos gemacht werden, Fehler vermieden werden können, worauf inhaltlich zu achten ist (Bildrechte, Opferschutz, etc.) sowie was bei deren öffentlicher Verwendung zu beachten ist. Weiters werden auch die Pflege eines Presseverteilers, der persönliche Kontakt zu Medienvertretern, die Aufbereitung einer Presseaussendung (Länge, Form, Stil, Datenschutz, Größe, etc.) beleuchtet. Ein zusätzlicher Fokus liegt auf dem Umgang mit Pressevertretern während eines Einsatzes und wie mit Anfragen, Kritik, Vorwürfen udgl. bestmöglich umzugehen ist. Abschließend erfolgt der Verweis auf das bereits bestehende Rhetorikseminar, wo auch ein Interviewtraining inkludiert ist.
Medienarbeit (externer Vortrag von Medienprofi)
Ziel dieses Gastvortrages ist die Darstellung eines Redaktionsalltages eines Mediums. Zeitliche Abläufe, die Priorisierung und Festlegung auf Schwerpunktthemen, wie Presseaussendungen auffallen, wann Pressekonferenzen und -termine am sinnvollsten sind und auch der gewünschte Effekt erreicht werden kann soll behandelt werden. Die TeilnehmerInnen haben zusätzlich die Möglichkeit, Fragen zu stellen um das Wissen weiter zu vertiefen.

Onlinekommunikation (Vortrag)

Online wird oft mit Social Media gleichgesetzt. Online ist aber auch eine Webseite, die es zu bespielen gilt. Eine gute Webseite ist die Visitenkarte eines Unternehmens oder einer Feuerwehr. Übersichtlichkeit ist hier ein wesentlicher Punkt. „Kunden“ wollen sich rasch zurechtfinden, die gesuchten Informationen intuitiv finden und sich „wohlfühlen“. Viele Seiten sind überladen, überfrachtet, alles blinkt und bewegt sich. Leider geht das auf Kosten der Benutzerfreundlichkeit.
In dieser Einheit wird der Usability-Test vorgestellt, der Feuerwehren dabei helfen kann, die eigene Seite durch Externe testen zu lassen, um sie noch weiter zu optimieren. Auch der Frage nach dem Umfang der Informationen sowie generell der Festlegung der Inhalte und der Sinnhaftigkeit einer Webseite wird in dieser Einheit nachgegangen.

syBOS (Vortrag von LFK-Mitarbeiter)

Als Schnittstelle zur Webseite einer Feuerwehr wird in dieser Einheit das Feuerwehrverwaltungssystem syBOS sowie die damit verbundenen technischen Möglichkeiten zur Arbeitserleichterung für Öffentlichkeitsarbeiter  vorgestellt.
Visuelle Kommunikation (Vortrag & Workshop)
Das Thema visuelle Kommunikation ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil (45 Minuten) besteht aus einem Vortrag. Darin wird die Wichtigkeit von Bildern und der Schaffung von Bilderwelten (Emotion, Action, persönliche Erinnerungen, Fantasie, Assoziationen, etc.) vermittelt. Bilder reizen unser Gehirn, fördern die Aufmerksamkeit und bleiben länger im Gedächtnis als Texte. Aufgrund der Vielzahl an Bildmaterial in Zeitungen, Zeitschriften oder auch im Internet ist aber die richtige Verwendung von besonderer Bedeutung. Bei zu allgemeinen Bildern drohen diese in der Masse unterzugehen und nicht mehr aufzufallen. Deshalb ist es wichtig, „andere“ Bilder zu zeigen und kreativ zu werden (Anti-Mainstream, Guerilla-Marketing). Auch das Thema Storytelling wird in dieser Einheit gestriffen.
In den weiteren zwei Einheiten soll genau diese Kreativität der LehrgangsteilnehmerInnen angesprochen werden. Sie haben ausreichend Zeit, sich ein Plakat, einen Folder, einen Slogan (Bildsprache), eine Veranstaltungsankündigung, etc. einfallen zu lassen, ein grobes Konzept zu entwickeln und es dann vorzustellen.

Veranstaltungen bei der Feuerwehr (Vortrag)

Veranstaltungen sind ein wesentlicher Bestandteil des Feuerwehrwesens. Leider wird diese Tatsache sehr oft missinterpretiert und die Feuerwehr in einem falschen Licht wahrgenommen. Dass diese Feste und Feierlichkeiten allerdings zur Finanzierung der Feuerwehren und zum Erhalt der Einsatzbereitschaft dienen, ist vielerorts nicht oder nicht ausreichend bekannt. Eine richtige Argumentation, eine entsprechende Bewerbung und Ankündigung solcher Festivitäten sowie ein kleiner Exkurs in die neue Spendenabsetzbarkeits-Regelung wird Inhalt dieser Einheit sein.

Social Media (Vortrag)

Social Media spielen eine wesentliche Rolle in der Kommunikation des 21. Jahrhunderts. Diese Kommunikationskanäle werden laufend erweitert, ständig kommt etwas Neues dazu. Davor die Augen zu verschließen und sich dieser Thematik nicht zu widmen, wäre fatal. In diesem Vortrag soll ein Einblick über die verschiedenen Kanäle und deren Entwicklung gegeben werden (Facebook, Twitter, YouTube, WhatsApp, Instagram, Pinterest), die Eigenschaften von sozialen Netzwerken und Medien präsentiert sowie die Unterschiede zu anderen Medien dargestellt werden (Nutzer ist gleichzeitig Gestalter, Informationen werden an der Presse vorbei veröffentlicht, direkte Kontaktaufnahme, etc.). Auch die Social Media Kompetenz und selbst auferlegte Richtlinien für Feuerwehrmitglieder sollen thematisiert werden (Kodex des Ethikrates, Vermischung von Feuerwehr und Parteipolitik, Auftreten in Uniform, Profilbilder, Rechtliches, etc.). Neben den vielen Vorteilen gibt es natürlich auch einige Nachteile, die ebenfalls angesprochen werden müssen. Darunter fallen beispielsweise der Umgang mit fake news, dass das Internet kein anonymer Raum ist und Inhalte selten wieder komplett verschwinden, der Opferschutz beim Posten von Bildern direkt von Einsatzstellen und damit verbundene rechtliche Konsequenzen, etc. Geschwindigkeit steht in sozialen Medien sehr oft für Glaubwürdigkeit. Wer als erster etwas behauptet, dem wird geglaubt. Somit muss gerade die Feuerwehr Kanäle so aufbauen, dass sie glaubwürdig und vertrauenswürdig sind, um auch falsche und vorschnelle Informationen einfangen und korrigieren können – und vor allem auch in einer hohen Geschwindigkeit. Aus diesen Gründen werden auch die Kontrolle bzw. das Monitoring der eigenen Kanäle immer wichtiger und unumgänglich, damit die Hoheit über die eigenen Kommunikationsmittel erhalten bleibt. Dabei wird das Konzept VOMT/VOST vorgestellt, in dem es um die Filterung von einsatzrelevanten Informationen für Einsatzleiter oder Einsatzstäbe geht.

Social Media - Krise (Vortrag)

Shitstorms sind in sozialen Medien keine Seltenheit, können aber nicht vorhergesehen werden. Diese passieren oft aufgrund eines Missverständnisses, einer falschen oder mangelhaften Kommunikation, ausgehend von einem unscheinbaren Thema. In diesem Vortrag soll der Umgang mit solchen Shitstorms sowie Möglichkeiten der Minimierung des Schadens angesprochen werden. Praktische Beispiele stellen dar, wir schnell aus einer Mücke ein Elefant gemacht werden kann und wie damit im Idealfall umgegangen werden kann. Wichtig ist im Allgemeinen heraus aus der Reaktionsphase in die Aktionsphase zu gehen, Entscheidungen bewusst und besonnen zu treffen, nicht zu emotional zu werden und die Oberhand zu behalten.
Fragerunde
In der letzten Einheit wird abschließend die Möglichkeit geboten, noch offen gebliebene Fragen zu beantworten und eventuell auch – nachdem es sich um einen Pilotlehrgang handelt – ein persönliches Feedback zu den vergangenen zwei Tagen zu geben.

Dauer (1AE = 45 min.): 16

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