Die Schmiede der burgenländischen Feuerwehrmitglieder feierte Geburtstag
Festakt am 20. September 2018 im Landesfeuerwehrkommando Burgenland

Jedem Feuerwehrmitglied im Burgenland ist die Leithabergstraße 41 in Eisenstadt ein Begriff. Schließlich wird hier – an der Landesfeuerwehrschule – den burgenländischen Feuerwehrmitgliedern das 1 x 1 der Feuerwehr gelehrt. Seit 70 Jahren gibt es im Burgenland eine eigene Landesfeuerwehrschule - seit 50 Jahren am heutigen Standort. Der all die Jahre gültige Leitsatz „Freiwilligkeit gepaart mit Professionalität“, begleitet die stetigen Anpassungen und Weiterentwicklungen der Ausbildung bis heute. Mit einem Festakt am 20. September 2018 wurde der 70ste Geburtstag der Burgenländischen Landesfeuerwehrschule im Beisein der höchsten Repräsentanten des Landes, der Geistlichkeit, von Behördenvertreter, Abordnungen von befreundeten Einsatzorganisationen, mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesfeuerwehrkommandos, mit den Ausbildern der Landesfeuerwehrschule und den Lehrgangsteilnehmern des Technik 1-Lehrganges würdig gefeiert.
Nach einem kurzen historischen Rückblick mit einem Video aus der Gründerzeit des burgenländischen Landesfeuerwehrverbandes begrüßte Landesfeuerwehrkommandant Ing. Alois Kögl die Ehrengäste, Lehrgangsteilnehmer und Bedienstete im festlich geschmückten Lehrsaal 3 der Landesfeuerwehrschule.
Danach ließ OBR Ing. Mag. Josef Bader, Leiter der bgld. Landesfeuerwehrschule, mit einer aufwendig recherchierten Präsentation die markanten Ereignisse seit der Abhaltung der ersten Feuerwehrlehrgänge an der provisorischen Feuerwehrschule im Probsteigebäude in Eisenstadt-Oberberg vor 70 Jahren Revue passieren.
 
Wissensvertiefung –das wahre Erfolgsrezept
Etliche Jahrzehnte mussten die ab 1871 gegründeten Feuerwehren zunächst im ungarischen Deutsch-Westungarn und danach im jungen Burgenland ohne eigene Ausbildungsstätte auskommen. Den Offizieren und Chargen jeder Feuerwehr war es vorbehalten, ihre Mannschaft nach Exerzieranleitungen und Mitteilungsblättern des Landesfeuerwehrverbandes auszubilden. Erst 1948 wurde die ehemalige Propstei am Oberberg in Eisenstadt als Landesfeuerwehrschule zur Verfügung gestellt. Nun gab es zumindest für die wichtigsten Funktionen eine zentrale Ausbildungsmöglichkeit.
„Neue“ Feuerwehrschule ab September 1968 am heutigen Standort
Enge Platzverhältnisse und ungenügende Übungsmöglichkeiten ließen aber bald den Ruf nach einem Neubau lauter werden. 1968 war es schließlich so weit, und die neue Landesfeuerwehrschule wurde am heutigen Standort eröffnet. Lehrsäle, Internat, Küche, Büros, Werkstätte, Fahrzeughalle, Außenübungsanlage, Parkplätze und Mitarbeiter-Wohnhaus entsprachen endlich dem aktuellen Zeitgeist und Bedarf und ermöglichten eine umfassende Ausbildung.
 
Motivierter Ausbilder
„Bis heute wird der Standort durch laufende Adaptierungsarbeiten ausgebaut bzw. modernisiert und die Ausbildung der freiwilligen Feuerwehrleute professionalisiert“, führte Schulleiter Mag. Josef Bader aus. Speziell dem Ausbau der praktischen Übungsanlagen wird dabei größter Stellenwert beigemessen. „33 hauptberufliche Ausbilder, Vortragende und MitarbeiterInnen, 173 GastausbilderInnen und zehn Zivildiener sorgen heute in jährlich 180 Lehrveranstaltungen dafür, dass jedes Jahr etwa 5.400 Feuerwehrmitglieder die verschiedenen Fachausbildungen an der Landesfeuerwehrschule absolvieren können“. Unter Anwendung eines dualen Ausbildungssystems vermittelt einerseits die Landesfeuerwehrschule neue Kenntnisse und Fertigkeiten. Diese erfolgt in über 50 verschiedenen Lehrgangsarten, von der Basisausbildung über Atemschutz, Personenrettung, Löscheinsatz und Einsatzleitung bis hin zu Menschenführung für Führungskräfte. Alle diese Anstrengungen wären aber vergebens, wenn nicht andererseits in jeder Feuerwehr dieses Wissen und Können durch Übungen vertieft und laufend aufgefrischt würde. Dies ist das „wahre Erfolgsrezept“ der Freiwilligen Feuerwehren. Die letzten Jahre sind darüber hinaus von der Schaffung zeitgemäßer Online-Lernangebote geprägt, welche gleichberechtigt neben herkömmlichen Bildungsformen existieren.
 
In seinem Festvortrag durften natürlich Hinweise und Dankesworte bezüglich Finanzierung der Landesfeuerwehrschule nicht fehlen. „Für die finanziellen Zuwendungen des Landes zum Betrieb, der Instandhaltung und zur Sanierung der seit 22. September 1968 in Betrieb genommenen Gebäude und Ausbildungsanlagen des Landesfeuerwehrkommandos und der Landesfeuerschule darf ich mich im Namen der 17.259 Mitgliedernder burgenländischen Freiwilligen Orts-, Stadt- und Betriebsfeuerwehren herzlichst bedanken“, so Schulleiter Ing. Mag. Josef Bader. „Zwei EU-Projekte wurden bereits der notwendigen Erneuerung der mittlerweile in die Jahre gekommenen Gebäude und Anlagen gewidmet“, so Mag. Bader abschließend.
 
Bürgermeister LAbg. Mag. Thomas Steiner dankte für die Einladung zum Festakt. „Trotz Landtagssitzung sind wir natürlich gerne gekommen“. Gleichzeitig überbrachte er die Glückwünsche von LAbg. KO Geza Molnár. In seiner Rede betonte Bgm. Steiner die Entwicklungen und Veränderungen bei der technischen Ausrüstung, bei den Lerninhalten und bei den Herausforderungen an die Feuerwehrmitglieder. Natürlich durften auch Hinweise auf die Grundwerte der Feuerwehr, auf Solidarität, auf die Hilfe am Nächsten und auf die Kameradschaft nicht fehlen. Er gratulierte Schulleiter Mag. Josef Bader und dem Landesfeuerwehrverband zu den beiden Jubiläen. Gleichzeitig gab er auch die Zusage, die Sicherheitssäule ‚Feuerwehr‘ mit entsprechenden politischen Entscheidungen auch in Zukunft auszubauen. „Herzliche Gratulation und alles Gute für die Zukunft. Ich freue mich auf eine gute, zukünftige Zusammenarbeit“.
 
LAbg. Vizebürgermeister Günter Kovacs überbrachte in seinen Grußworten die besten Glückwünsche von Landeshauptmann Hans Niessl, der wegen der gleichzeitigen Landtagssitzung nicht am Festakt teilnehmen kann. Mit Hinweisen auf Einsatzzahlen und statistische Daten dankte er den Feuerwehren für ihre Leistungen bei Bränden, Unwettern, technischen Einsätzen und Hilfeleistungen zum Wohle der burgenländischen Bevölkerung. „Umgerechnet mit einem Stundenlohn von 20 Euro hätten die freiwilligen, unentgeltlichen Leistungen der Feuerwehrmitglieder im vergangenen Jahr 2,1 Millionen Euro betragen“, so LAbg. Kovacs. Natürlich durften auch Hinweise auf das von Landeshauptmann Hans Niessl in seiner Grundsatzerklärung für das Jahr 2018 ausgerufene „Jahr des Ehrenamtes“ nicht fehlen. Schulleiter Mag. Josef Bader gratulierte er zur beeindruckenden Präsentation der vergangenen 70 Jahre seit dem Bestehen der Burgenländischen Landesfeuerwehrschule. In diesem Sinn wünschte er zum Doppelgeburtstag alles Liebe, alles Gute. Mit dem Hinweis auf das Motto der Feuerwehr „Unsere Freizeit für ihre Sicherheit“ und dem Motto der Politik „Unsere Unterstützung für ihre Arbeit“ wünschte er dem Landesfeuerwehrverband und der Landesfeuerwehrschule alles Gute für die zukünftige Arbeit. „Herzlichen Dank und alles Gute.“
 
Landeshauptmannstellvertreter Feuerwehrrefent Johann Tschürtz gratulierte Schulleiter Mag. Josef Bader für die hervorragende Präsentation und Aufarbeitung der letzten 70 Jahre seit der Inbetriebnahme der provisorischen Feuerwehrschule im Probsteigebäude in Eisenstadt/Oberberg. In seinen Grußworten lobte er die Arbeit und die Leistungen der burgenländischen Feuerwehrmitglieder. „Alle Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen, die in dieser größten Freiwilligenorganisation unseres Landes tätig sind, genießen die höchste Anerkennung der burgenländischen Bevölkerung“. Natürlich durften in seiner Grußworten Hinweise zum neuen Feuerwehrgesetz mit bestmöglichen innovativen Ideen, auf 352 hauptberuflich in burgenländischen Gemeinden beschäftigten Feuerwehrmitglieder, auf das Projekt ‚Feuerwehrhäuser als Sicherheitsinsel im Katastrophenfall‘ und auf die geplante Sanierung des Landesfeuerwehrkommandos und der Landesfeuerwehrschule nicht fehlen. Mit den Dankesworten „Alles Gute für die nächsten 70 Jahre und herzlichen Dank für den ehrenamtlichen Dienst am Nächsten“, schloss LH-Stv. Tschürtz seine Grußworte.

Ehrungen und Auszeichnungen
Im Rahmen des Festaktes nahm Landesfeuerwehrkommandant Ing. Alois Kögl im Beisein von LAbg. Vizebgm. Günter Kovacs in Vertretung von Landeshauptmann Hans Niessl, Landeshauptmann-Stv. Feuerwehrreferent Johann Tschürtz und Bürgermeister LAbg. Mag. Thomas Steiner Ehrungen und Auszeichnungen vor.
Hauptmann Christoph Wagner, Lehroffizier für Brücken- und Wasserbau der Heerestruppenschule Bruckneudorf wurde mit der Verdienstmedaille des Bgld. Landesfeuerwehrverband (LFV) in Bronze ausgezeichnet.
 
Mit der Verdienstmedaille des Bgld. LFV in Silber wurden
WHR Dr. Helmut Hedl, Referatsleiter Verkehrsrecht im Amt der Bgld. Landesregierung
DI Andreas Kummer, Sicherheitsberater in der Sozialversicherungsanstalt der Bauern
Franz Haas, Regionaler Sicherheitsbeauftragter der ÖBB und
WHR DI Christian Schügerl, Hauptreferatsleiter Sachverständigendienst im Amt der Bgld. Landesregierung
geehrt.
 
Das Verdienstzeichen des Bgld. LFV in Bronze wurde OBR DI Alexander Steiner, Geschäftsgruppenleiter S-Sektionen der Berufsfeuerwehr Wien verliehen.
OBR Ing. Franz Schuster, Leiter der Landesfeuerwehrschule (LFS) Niederösterreich,
BR Ing. Klaus Tschabuschnig, Leiter der LFS Kärnten und
OBR DI (FH) Gerhard Grein, Leiter der Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark
wurden für die langjährige, vorbildliche Zusammenarbeit mit dem Burgenländischen Landesfeuerwehrverband mit dem Verdienstzeichen des Bgld. LFV in Silber ausgezeichnet.
 
„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!“ ist seit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehren ihr Leitspruch. Als große Förderer der Feuerwehr dankte Landesfeuerwehrkommandant Ing. Alois Kögl Diözesanbischof Mag. Dr. Ägidius J. Zsifkovics und Superintendent Mag. Manfred Koch für die Zusammenarbeit der Kirche mit der Feuerwehr, für die Unterstützung bei der Bestellung der beiden Landesfeuerwehrkuraten und bei der Bestellung der rund 30 burgenländischen Feuerwehrkuraten mit der Florianiplakette in Silber.

Abschließend bedankte sich Landesfeuerwehrkommandant Ing. Alois Kögl bei den politischen Vertretern, welche die Rahmenbedingungen für die stetige Weiterentwicklung des Burgenländischen Feuerwehrwesens geschaffen haben und den 17.249 burgenländischen Feuerwehrmännern und –frauen für ihr Engagement, um in Not geratenen Mitmenschen zu helfen. „Wenn ich das Burgenländische Feuerwehrwesen als ‚Erfolgsgeschichte‘ ausweisen darf, dann nur deswegen, weil wir mit den Gemeinden, allen Behördenstellen und Ämtern, mit allen befreundeten Einsatzorganisationen und mit den politischen Vertretern - zum Schutze unserer Bevölkerung, zum Wohle unserer Urlaubsgäste und zur Absicherung des Wirtschaftsstandortes Burgenland – ausgezeichnet und respektvoll zusammenarbeiten.“ Mit dem Dank an die Mitarbeiter und MitarbeiterInnen endeten die Ausführungen von LFK Ing. Kögl. „Herzlichen Dank und ein Dankeschön für die ausgezeichnete Zusammenarbeit“.
 
Mit dem Abspielen der Landeshymne und einem gemeinsamen Mittagessen endete der Festakt „70 Jahre Burgenländische Landesfeuerwehrschule“.
 
 
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